Der sichere Rückhalt

MIO BACKHAUS HÄLT WERDER IN KÖLN LANGE IM SPIEL

13.04.26 von Moritz Studer | 4 Min

Mio Backhaus ballt die Fäuste und schreit.

Dass der SV Werder auch trotz langer Unterzahl bei der 1:3-Niederlage beim 1. FC Köln bis in die Nachspielzeit auf Zählbares hoffte, war vor allem Torhüter Mio Backhaus zu verdanken. Der U21-Nationalspieler avancierte zum wiederholten Male in dieser Spielzeit zum besten Bremer. Backhaus hat den Sprung auf die Bundesliga-Bühne schnell gemeistert.

„Ich kann mich noch an ein Gespräch in der Mixed Zone nach dem ersten Spiel in Frankfurt erinnern, als wir noch von Unsicherheiten gesprochen haben – die spüre ich gar nicht“, sagt Geschäftsführer Fußball Clemens Fritz nach dem Spiel in Köln mit Blick auf das Werder-Eigengewächs. „Ich finde Mio Woche für Woche top und man darf nicht vergessen, dass er seine erste Bundesliga-Saison spielt und so eine Stabilität und Souveränität ausstrahlt.“

Tatsächlich hielt Backhaus bei der Doppelchance von Said El Mala und Isak Johannesson spektakulär (42.), gegen Luca Waldschmidt kurz vor dem Ende sogar Weltklasse (89.). Insgesamt wehrte er mit acht Paraden zahlreiche Versuche der Domstädter ab, bis er in der Nachspielzeit nach einem langen tadellosen Spiel bei Johannessons Abschluss doch als Eigentorschütze auf dem Spielberichtsbogen landete (90.+7). „Als Torhüter musst du dein Tor schützen“, sagt Backhaus selbstkritisch. „Das habe ich für einen kurzen Moment nicht gemacht.“

Mio Backhaus mit Karim Coulibaly.
Mit Backhaus, Coulibaly und Musah kamen in Köln drei ehemalige LZ-Spieler zum Einsatz (Foto: W.DE).

In dieser Spielphase brachen die Kölner in Anbetracht der Schlussoffensive immer wieder bis in den Strafraum durch. Dort bissen sich die Geißböcke lange genug die Zähne am Werder-Keeper aus, dessen aufopferungsvolle Paraden letztlich aber nicht für einen Punktgewinn reichten. „Mio hat uns dabei geholfen, dass wir bis zur letzten Minute an einen Punkt glauben durften“, sagt Trainer Daniel Thioune in einer Medienrunde. „Er war der Faktor, dass das Spiel nicht früher entschieden war.“

Der 21-Jährige selbst hätte sich durchaus gewünscht, weniger im Mittelpunkt zu stehen und lieber zu Null zu spielen. Einen besonderen Druck durch die tabellarische Situation empfindet er allerdings nicht. „Ich blende das aus, denn für mich zählen die 90 Minuten und die Schüsse, die auf mein Tor kommen“, sagt Backhaus. „Wichtig ist, dass wir morgen aufstehen, die Brust rausstrecken und in Richtung Nordderby schauen, mit dem wir viel drehen können.“ Wenn er seine Leistung dort bestätigt, ist die Grundlage für ein erfolgreiches Spiel gelegt.

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