"Viele letzte Male"
EX-WERDER-SPIELER FLORIAN KAINZ IM INTERVIEW
09.04.26 von Marcel Kuhnt | 5 Min
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Werder Bremen und der 1. FC Köln: Es gibt viele Spieler, die beiden Traditionsvereine während ihrer Laufbahn kennenlernen durften. Einer von ihnen ist Florian Kainz. Seine Bundesliga-Karriere begann 2016 im Trikot der Grün-Weißen und findet im Sommer beim FC sein Ende. Mit dem ehemaligen Werder-Spieler sprachen wir im Interview über seine Anfänge an der Weser, sein bevorstehendes Karriereende und seinen Wunsch nach einem Happy End.
WERDER.DE: Moin Florian, im Sommer endet eine lange Fußball-Karriere für dich. Wie schwer fiel dir die Entscheidung und was war am Ende dafür ausschlaggebend, dass du deine Laufbahn nach der Saison beendest?
Florian Kainz: Das war eine Entscheidung, die ich nicht von heute auf morgen getroffen habe. Für mich ist es einfach der richtige Zeitpunkt. Im Sommer läuft mein Vertrag in Köln aus. Ich hatte eine lange und intensive Karriere. Natürlich habe ich abgewogen, was für mich noch infrage kommen würde, aber letztlich war ich relativ klar in meiner Entscheidung, weshalb ich es auch frühzeitig kommunizieren wollte, damit keine weiteren Spekulationen aufkommen.
WERDER.DE: Bist du bereits wehmütig?
Florian Kainz: Man hat viele letzte Male (lacht). Ob es ein letztes Trainingslager ist, ein letztes Derby und natürlich werden es immer weniger Spiele. Ich versuche trotzdem alles zu genießen und aus den Momenten das Positive herauszuziehen. Da ich schon immer sehr ehrgeizig war, möchte ich sowohl für den Verein als auch für mich selbst ein gutes Ende haben. Das ist mir sehr wichtig.
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WERDER.DE: Worauf kommt es an, dass ihr gemeinsam ein positives Ende – mit dem Klassenerhalt – feiern könnt?
Florian Kainz: Trotz des kürzlichen Trainerwechsels haben uns in der Saison oftmals nur Kleinigkeiten gefehlt, um mehr Punkte zu holen. Wir sind eine Mannschaft, die lebt, zusammenhält und niemals aufgibt. Ich bin überzeugt, dass wir die nötige Qualität haben, um die Klasse zu halten. Nach einem 0:2-Rückstand in Frankfurt noch einen Punkt zu holen, ist in unserer aktuellen Situation ein gutes Beispiel dafür. Wir haben jetzt mit den Duellen gegen Werder und St. Pauli zwei Spiele vor uns, wo wir definitiv punkten wollen. Dahingehend sind wir in einer ähnlichen Situation wie Werder. Für uns zählt es, die Trainingswoche optimal zu nutzen, uns inhaltlich gut vorzubereiten und bereit für das Spiel zu sein. Am Spieltag müssen wir zusätzlich die nötigen Emotionen zeigen, damit wir auch die Fans mitnehmen.
WERDER.DE: Du sprichst die Fans an. Sowohl die Werder- als auch FC-Fans sind schon besonders, oder?
Florian Kainz: Die Fans sind bei uns ein extrem wichtiger Part. Es ist so viel wert, dass wir so einen Support haben – egal, ob zuhause oder auswärts. Da sind schon einige Parallelen zwischen Werder und Köln zu ziehen. Was die Fans in den letzten Jahren am Osterdeich bewegt haben, ist ebenso beeindruckend.
Ein Spiel, wo beide Teams auf Sieg spielen werden
Florian Kainz
WERDER.DE: Blicken wir auf das Spiel am Sonntag. Was erwartest du für eine Partie?
Florian Kainz: Werder konnte zuletzt unter Daniel Thioune gut punkten. Jetzt gab es zwar einen Rückschlag, dennoch ist Werder eine gut besetzte Mannschaft. Das Team hat einen klaren Plan und wird es uns am Sonntag nicht einfach machen. Gerade mit Blick auf die Tabelle wird es ein Spiel, wo beide Teams auf Sieg spielen werden, weil alle wissen, worum es geht. Ich bin sicher, dass es eine sehr interessante Begegnung werden wird.
WERDER.DE: Mit Marco Friedl, Romano Schmid, Marco Grüll und Maximilian Wöber sind gleich vier Österreicher bei Werder im Kader. Wie sieht euer Kontakt untereinander aus?
Florian Kainz: Mit Marco (Friedl, Anm. d. Red) und Maxi habe ich schon Kontakt. Romano sehe ich ab und zu am Flughafen, wenn wir nach Graz fliegen (lacht). Bei der Nationalmannschaft war ich zwar seit längerer Zeit nicht mehr, trotzdem verfolge ich das, was die Jungs so machen. Und hoffe, dass es ihnen gut geht.
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WERDER.DE: 204 Einsätze, 28 Tore, ehemaliger Kapitän – was verbindest du mit dem 1. FC Köln?
Florian Kainz: Ich verbinde mit dem FC ungemein viel. Ich bin zweimal mit dem Verein Meister in der 2. Liga geworden, abgestiegen, habe Relegation gespielt. Es war wie ein Wechselbad der Gefühle. Neben dem Verein sind die Stadt und die Leute hier so etwas wie die zweite Heimat für unsere Familie geworden.
WERDER.DE: Welchen Stellenwert hat Werder für dich mit Blick auf deine Karriere? Immerhin war es der Beginn deiner Bundesliga-Laufbahn.
Florian Kainz: Werder war mein erster Verein außerhalb der Heimat. Das war gerade zu Beginn für mich eine Herausforderung. Dennoch habe ich mich in Bremen und bei Werder wohlgefühlt, auch wenn es für mich sportlich nicht immer optimal gelaufen ist. Werder ist ein super Verein, ich konnte tolle Erfahrungen sammeln und ich hatte sehr schöne Erlebnisse in Bremen.
WERDER.DE: Welche Herausforderungen meinst du?
Florian Kainz: Man musste sich sowohl im sportlichen als auch privaten Bereich umstellen. Wenn man das erste Mal knapp 1.000 Kilometer von zuhause weg ist, muss man sich daran erstmal gewöhnen. Sportlich ist die Bundesliga mit allem Drumherum deutlich größer als die Liga bei uns in Österreich. Doch ich finde, dass mir die Umstellung gut gelungen ist.
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WERDER.DE: Was waren deine Highlights in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland?
Florian Kainz: Der Einzug mit dem 1. FC Köln in die Conference League war ein großes Highlight. Auch die Derbys mit dem FC, mein erstes Bundesliga-Tor mit Werder oder der Siegtreffer im Nordderby waren besondere Augenblicke.
WERDER.DE: Im Sommer findet die WM in Kanada, Mexiko und den USA statt – mit Österreich. Wie sehr freust du dich auf das Turnier?
Florian Kainz: Ich freue mich extrem. Mit Österreich waren wir ewig nicht dabei. Nachdem wir eine gute EM in Deutschland gespielt haben, ist uns dann die Qualifikation für die WM gelungen. Wir haben eine coole Gruppe und ich bin überzeugt, dass wir eine starke Mannschaft mit einem guten Trainerteam zusammenhaben. Der Zusammenhalt ist sehr groß, was ich aus eigener Erfahrung sagen kann. Daher drücke ich die Daumen und hoffe auf ein erfolgreiches Turnier für Österreich.
WERDER.DE: Vielen Dank für deine Zeit, Florian!
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