Effizienz schlägt Aufwand

EIN NACHBERICHT ZUR NIEDERLAGE DES SV WERDER GEGEN RB LEIPZIG

06.04.26 von Fiona John | 3 Min

Cameron Puertas schießt. Im Hintergrund liegt ein Leipziger Spieler auf dem Boden.

Effizienz. Das Wort, das die Akteure des SV Werder in den vergangenen Wochen nach den Partien häufig in den Mund nehmen mussten. So auch nach der knappen 1:2-Niederlage gegen den Champions-League-Anwärter RB Leipzig am vergangenen Samstag, dem die Grün-Weißen zwar lange Paroli boten, am Ende aber die Punkte überlassen mussten. Über fehlende Effizienz, großen Aufwand und ein wichtiges Tor – ein Nachbericht.

Mehr Ballbesitz, ein deutliches Chancenplus und die klar bessere Mannschaft. So hätte das grün-weiße Halbzeitfazit am vergangenen Samstag aussehen können, wäre da nicht dieser eine Makel: die Chancenverwertung. Justin Njinmah vorbei am langen Pfosten (8.), Romano Schmid scheitert an Keeper Maarten Vandevoordt (14., 34., 37.), Cameron Puertas aus der Drehung (34.), Senne Lynen aus der Distanz (40.). „Uns fehlen die Effizienz und die Durchschlagskraft in der gegnerischen Box“, haderte Werders Cheftrainer Daniel Thioune. Während seine Schützlinge alles probierten, um gegen RB Leipzig in Führung zu gehen, nutzte Antonio Nusa den ersten und einzigen Torschuss der Gäste im ersten Durchgang, um die 1 auf die Leipziger Seite der Anzeigetafel zu schreiben.

Salim Musah schießt. Es laufen links und rechts von ihm zwei Leipzig-Spieler-
Chance genutzt: Salim Musah schoss bei seinem dritten Einsatz sein erstes Bundesliga-Tor (Foto: W.DE).

Nach dem Seitenwechsel war Romulo nach einer Bremer Unaufmerksamkeit zur Stelle und verwandelte auch den zweiten Leipziger Torschuss in einen Treffer (52.). Es sollte der letzte in dieser Partie sein. Am Ende stehen sieben zu zwei Torschüsse aus Werder-Sicht in den Statistiken. Und auch die anderen Zahlen sprechen für den SVW: Die Grün-Weißen riefen spieltagsweit die meisten intensiven Läufe (763) ab und liefen fast drei Kilometer mehr als ihr Kontrahent. „Wir wollten vieles persönlich nehmen in den Eins-gegen-eins-Duellen. Da waren wir deutlich stärker als der Gegner und so stark wie an diesem Spieltag kaum eine andere Mannschaft. Die Bereitschaft, die intensiven Läufe und Sprints einzugehen, stresst einen Gegner“, sagte Thioune. „Was uns wirklich gefehlt hat, ist, dass wir daraus zu wenig gemacht haben. Wenn wir das Tor eher schießen, weiß ich nicht, ob die Leipziger mit drei Punkten nach Hause gefahren wären.“

Der Treffer von Salim Musah tief in der Nachspielzeit (90.+4) ist für den Fußball-Lehrer dennoch mehr als Ergebniskosmetik. „Das Tor hat uns, dem Stadion und, ich hoffe, auch ihm jede Menge gegeben.“ Dabei scheiterte der in der Schlussviertelstunde eingewechselte 20-Jährige wie seine Kollegen zunächst zweimal vor dem Tor, blieb aber dran und belohnte sich mit seinem ersten Bundesliga-Treffer. „Er hat aktuell einen Impact, wenn er von der Bank kommt. Wir schauen immer, was das Spiel uns anbietet“, so Thioune über den dritten Einsatz des Youngsters im Oberhaus, der insgesamt nur 24 Minuten für sein erstes Tor brauchte. Man könnte sagen: effizient.

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