Carolin Evers sammelt wertvolle WM-Erfahrungen

Werders talentierter Hochspringerin fehlten 7 Zentimeter für das Finale der Top-12

11.08.26 von Olaf Kelterborn

Carolin Evers übersprang bei der WM 1,72 Meter und landete auf Rang 20

Seit dieser Saison startet die Hochspringerin Carolin Evers für den SV Werder Bremen – und das mit großem Erfolg. Zum ersten Mal in ihrer jungen Karriere qualifizierte sie sich für die U20-Weltmeisterschaften, was einen bedeutenden Meilenstein für die 18-Jährige aus der Trainingsgruppe von Roman Fricke darstellte.

Der Schlüssel dazu war Carolins beeindruckender Sieg bei den Deutschen U20-Meisterschaften Mitte Juli in Bochum. Dort sicherte sie sich überraschend den Titel mit übersprungenen 1,78 Metern – ein Ergebnis, das ihr letzten Endes den WM-Startplatz in Eugene, USA, einbrachte.

Die Weltmeisterschaft selbst stellte für Carolin dann eine ganz neue Herausforderung dar. Zum ersten Mal ein Auftritt im deutschen Nationaltrikot, viele Zuschauer, ein internationales Starterfeld, das waren schon viele besondere Eindrücke, die auf eine junge Sportlerin wie sie einwirkten. Zudem tritt Carolin in einer technisch höchst anspruchsvollen Disziplin an. Der Hochsprung fasziniert die Zuschauer in der Leichtathletik immer wieder durch die spektakuläre Technik, bei der die Athleten die Latte rücklings überqueren und dabei die physikalischen Gesetze scheinbar überlisten. Für den perfekten Flug kommt es auf einen schwungvollen Kurvenlauf an, der im Bruchteil einer Sekunde mit enormer Kraft in die Höhe umgelenkt werden muss. Neben dieser sportlichen Präzision entscheidet im Wettkampf vor allem die mentale Stärke, da die Springer bei der Jagd nach neuen Höhen bis zum Schluss die Nerven behalten müssen.

In Bochum wurde Carolin Mitte Juli mit übersprungenen 1,78 Metern Deutsche U20 Meisterin und feierte damit ihren bisher größten sportlichen Erfolg

Die Nerven behielt Carolin bei den Weltmeisterschaften zwar, aber dennoch blieb sie leider in der Qualifikation mit übersprungenen 1,72 Metern hängen und konnte sich nicht für das Finale qualifizieren. „Mit dem Wettkampf bin ich leider nicht so zufrieden. Ich habe mich im Vorfeld sehr gut vorbereitet gefühlt und war fit“, reflektierte sie hinterher offen. Sie fügte hinzu, dass sie vor allem mit ihrem Anlauf zu kämpfen hatte: „Ich hatte schon in der letzten Technikeinheit vor dem Wettkampf und dann auch im Wettkampf selbst etwas Probleme mit meinem Anlauf. Ich konnte meine Geschwindigkeit im Absprung nicht so umsetzen wie sonst.“ Daran lässt sich erkennen wie viele Faktoren für einen erfolgreichen Wettkampf optimal zusammenpassen müssen.

Trotz des enttäuschenden Wettkampfs bleibt Carolin positiv: „Natürlich ist es schade, dass die WM so für mich ausgegangen ist. Aber sowas gehört auch zum Sport dazu.“ Für sie steht fest, dass die Weltmeisterschaft nicht nur sportlich, sondern auch menschlich ein Gewinn war. „Es war eine echt tolle Erfahrung mit einem großartigen Team und wunderschönen Erinnerungen“, resümierte sie.

Carolin Evers zeigt mit ihrer Leistung, Einstellung und stets positiv fröhlichen Art, dass sie auf einem guten Weg ist. Die Erfahrungen bei der WM werden ihr helfen, in den kommenden Jahren noch höher zu springen – im wahrsten Sinne des Wortes. Wir dürfen gespannt sein, wie sich ihre Karriere beim SV Werder Bremen weiterentwickelt.

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